Quelle: Job AVIS (November 2000)
Wenn das ewige Sitzen seinen Tribut fordert, der Rücken schmerzt und die Muskeln schlapp machen, dann kommen sie - die mobilen Massageprofis. Sie lösen gezielt quälende Verspannungen durch Akupressur, Shiatsu und geschickte Walktechniken - direkt am Arbeitsplatz. Eine kleine Behandlung mit großer Wirkung, die sich nicht zuletzt auch für die Firmen auszahlt. Die Angestellten sind nach einer Kurzmassage gelöst, motiviert und gehen mit vollem Leistungseinsatz an die Arbeit.
Einmal in der Woche lassen sich die Mitarbeiter von PiT, Personalservice im Takt, mal so richtig verwöhnen. Auf dem Arbeitsstuhl der mobilen Masseurin Brigitte Löwe fühlen sie sich gut aufgehoben - entspannen für kurze Zeit. Durchschnittlich fünfzehn Minuten dauert die Behandlung auf dem tragbaren Massagesessel. In dieser Zeit können die gestressten Kollegen die Seele baumeln lassen - sich und dem geplagten Rücken zu neuem Schwung verhelfen lassen. Regelmäßig läßt die Firmengründerin und Geschäftsführerin Carsta Gutte den "Knetkur-Service" für ihre Angestellten anrücken. Zunächst probierte sie selbst, ob die heilenden Hände am Arbeitsplatz wirksam sind.
Sie war so begeistert, machte so gute Erfahrungen mit der wöchentlichen Massage, dass sie diese Wohltat nun auch ihren Beschäftigten zu Gute kommen läßt.
Verspannungen lindern
Die Innendienstmitarbeiter bei PiT nehmen das Angebot ihrer Chefin dankend an. Eine davon ist Elfi Weinhold. Für sie ist die wöchentliche Behandlung mehr als eine angenehme Pause zwischendurch. "Ich hatte früher starke Verspannungen im oberen Rückenbereich. Durch die wöchentliche Massagebehandlung ist das wirklich merklich besser geworden. Mein Kopf und die Halswirbelsäule sind wieder frei beweglich, und ich fühle mich jetzt bedeutend wohler." Die Personalberaterin weiß, wovon sie spricht. Die überwiegende Arbeitszeit verbringt sie am Schreibtisch, natürlich im Sitzen. Da sind Rückenprobleme und schmerzende Verspannungen vorprogrammiert.
Massagen wirken anregend
Beschäftigte, die Büro- und Bildschirmtätigkeiten ausführen, sind die besten Kunden der mobilen Massagepraxen. Rund 14 Millionen Menschen verrichten Arbeiten am Computer. Sie kennen die haltungsbedingten Verspannungen im Schulter-, Nacken- und Rückenbereich. Schuld sind einseitige Arbeitsabläufe in starrer Sitzposition - der Mangel an Bewegung macht sich bemerkbar, vor allem wenn nach der Arbeitszeit kein sportlicher Ausgleich geschaffen wird. Durch professionelle Massagetechniken können verspannte Muskeln wieder fit gemacht, Stress abgebaut und sogar Hormon- und Stoffwechsel harmonisiert werden. Wissenschaftler haben erforscht, dass regelmäßige "Kneteinheiten" am Arbeitsplatz außerdem die Gehirnströme beruhigen und gleichzeitig die Aufmerksamkeit steigem. Die Massierten empfinden ihre Tätigkeit weniger belastend, Stresshormone werden abgebaut und die Kreativität wird verbessert. Also eine Investition, die sich auszahlt? Fakt ist, dass Krankenstände durch Massagen beim Job zurückgehen.
Stress und Schmerzen kosten Geld
Hauptursache für die Ausstellung von gelben Scheinen sind noch immer Beschwerden am Bewegungsapparat- Bandscheibenvorfälle, Rippenblockaden, Schulter-Arm-Syndrom.
Durch den Einsatz von mobilen Massage-Dienstleistern können Krankmeldungen vermieden werden. Schmerzen wirken demotivierend und effizienzhemmend. Amerikanische und japanische Unternehmen haben schon seit langem die Vorteile von Vitalisierungsmassagen im Betrieb erkannt. Rund 200 Milliarden Dollar kosten stress- und schmerzbedingte Ausfälle die Unternehmen in den USA. Krankmeldungen, Fluktuation und sinkende Effizienz durch fehlende Arbeitsmoral haben ihren Preis. Motivationsfördernde Maßnahmen sind erforderlich, die stress- und blockadenlösende Knetkur am Arbeitsplatz kommt da gerade richtig.
Vielseitige Wirkungen
Die Wirkung wohltuender Massagen ist bekannt. Tausende Jahre alt ist die Kunst der heilenden Hände. Nicht nur zur Lockerung angespannter Muskeln haben sie sich bewährt - Massagen bringen auch Linderung bei ernsthaften Erkrankungen, sorgen bei Frühlingen zur raschen Gewichtszunahme und können depressive Verstimmungen bessern. Der Massageboom geht in den USA sogar so weit, dass sich die Menschen auf den Straßen Manhattens massieren lassen. Gestresste Stadtneurotiker werden im Tumult der Großstadt geknetet und gewalkt - und fühlen sich sichtlich wohl dabei. In Thailand schwört man auf die traditionelle Thai-Massage.
Ob am Arbeitsplatz oder im Kreis der Familie, hier ist es Usus sich mehrmals täglich gegenseitig zu drücken, zu kneten und zu massieren. Und zwar mit vollem Körpereinsatz. Wie und was auch immer man für sich entdeckt, soviel ist sicher: Massagen entspannen in kürzester Zeit, bringen neuen Schwung und sind Medizin für Leib und Seele.